Handharmoniker verbreiten Frohsinn

Das Jahreskonzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters (SHO), das zusammen mit dem Hand-Harmonika Club Frohsinn aus Deilingen-Delkhofen gestaltet wurde, entführte die Konzertbesucher in die Literatur der Akkordeonmusik. Traditionelle Märsche und Originalliteratur wechselten sich mit Hits der Moderne ab.

 
Bild 1 Bild 2

Furtwangen

Handharmoniker verbreiten Frohsinn

VON PRAXEDIS DORER

Das Jahreskonzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters (SHO), das zusammen mit dem Hand-Harmonika Club Frohsinn aus Deilingen-Delkhofen gestaltet wurde, entführte die Konzertbesucher in die Literatur der Akkordeonmusik. Traditionelle Märsche und Originalliteratur wechselten sich mit Hits der Moderne ab.
Dirigentin Uta Borho präsentiert mit dem Schwarzwald-Harmonika-Orchester in gewohnter Weise anspruchsvolle Akkordeonmusik. Das Publikum ist begeistert.
Praxedis Dorer

Furtwangen - Den erfrischenden Auftakt übernahm das Jugendorchester. "Auf geht's Uta, lass die Bälge tanzen", forderte Ansager Pfarrer Joachim Sohn die Dirigentin Uta Borho des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters (SHO) dann auf, als sie mit ihren 38 Musikerinnen und Musikern im zweiten Teil die Bühne betrat.

Die "Polowetzer Tänze" von Borodin, das Hauptwerk des Abends, waren ein echtes Meisterstück. Schnelle Läufe durch alle Stimmen hindurch, präzise Übergänge und eine merklich konzentrierte Dirigentin ließen die Besucher das hohe Niveau dieser Musik spüren. Ebenso beim temperamentvollen "Bol(l)ero martellato" von Hans Boll, dessen eigenwilligen Rhythmus kaum eine Zählzeit zu fassen vermochte.

Vom ruhigen und untypischen Tango von Piazzollas "Tanti anni prima" - Karin Kienzler legte hier ausdrucksstark ihre Solostimme über das Orchester - ging es weiter mit "Elton John in Concert". Andreas Weißer setzte am Keyboard den typischen Sound dieser Rock-Legende um. Das Orchester erntete begeisterten Applaus, verdientes Honorar für die intensive Probenarbeit im Vorfeld. Auch der zünftige Abschlussmarsch "Airport" gefiel und als Zugabe schlich "Pink Panther" über die Bühne.

So wie das Hauptorchester den Abend beendete, eröffneten die Jüngsten des Vereins das Programm. Die Vorsitzende Brigitte Sauerburger, die bei der Jugend den Schlagzeugpart übernahm, stellte namentlich die neuen Spieler vor, die nun das Orchester verstärken. Die 13 Jugendlichen präsentierten sich mit modernen Stücken - am Bass und der vierten Stimme von Erwachsenen unterstützt.

Frohsinn im wahrsten Sinne des Wortes vermittelte im nächsten Konzertteil der "Hand-Harmonika Club Frohsinn" aus Deilingen-Delkhofen. Der Ansager: "Der Dirigent macht dem Vereinsnamen alle Ehre." Und so war es eine wahre Freude, Thomas Mocker zuzusehen. Ausdrucksstark forderte er sein Orchester auf, seine Mimik sprach Bände und auf klare Bewegungen folgten präzise Einsätze.

Und dabei hatte der Gastverein noch in letzter Minute Aushilfsspieler engagieren müssen, um konzertfähig zu bleiben. Doch davon merkte das Publikum nichts. Das "Phantom der Oper" überzeugte komplett, auch der - durch das englische Königshaus geläufige - Militärmarsch "Pomp and Circumstances". Leicht beschwingt dann die verjazzte "Foxtrott-Vision" von Rauch, bei der Andreas Schweizer die Kadenzen spielte.

Schon von weitem war die herannahende Karawane zu hören, die auf dem "Persischen Markt" bei Gauklern und Schlangenbeschwörern Station machte. Das Orchester verstand es mit Fingerspitzengefühl orientalische Klänge, mystische Passagen und leichtfüßige Tänzerinnen zu parodieren. Mit "Money-Money" oder "Thank you for the music" aus "Abba-Best of" wollte sich das befreundete Orchester verabschieden, das Publikum forderte aber mehr und konnte dann noch zu den "Regimentskindern" von Fucik mitklatschen.