Elisabeth Weißer verpasst kein Konzert

Verdienstnadel in Gold belohnt 50jährige Treue zur Harmonika-Musik / Erika Hauger und Karin Kienzler geehrt

Furtwangen. Das Konzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters (SHO) war Basis für drei Ehrungen.

In die Festhalle gekommen war dazu der neue Bezirksvorsitzende Dieter Schäfer aus Immendingen und die Vorsitzende Brigitte Sauerburger konnte neben einem großen Publikum auch den ehemaligen Dirigenten, Dieter Kienzler, willkommen heißen.

Zu Ehrenmitgliedern wurden Erika Hauger und Karin Kienzler ernannt. Beide hatten bei dem schon legendären Otto Duffner Unterricht genossen. Hauger spielte das Electronium, spielte auch in der dritten Stimme und war sechs Jahre Schriftführerin der Kreisvereinigung. Obwohl sie Furtwangen verließ, hielt sie dem Verein bereits 35 Jahre die Treue. Zur Konzertmeisterin avancierte Karin Kienzler, die maßgeblich in der Jugendausbildung tätig und ab 1993 Jugenddirigentin war. Acht Jahre führte sie die Kasse des Vereins und die Jugendkasse. Sie ist ein wertvolles Mitglied des "Ensembles".

Unter dem Jubel des Auditoriums wurde Elisabeth Weißer für 50 Jahre Treue zur Harmonika-Musik mit der Verdienstnadel in Gold des Deutschen Handharmonika Vereins ausgezeichnet. Bezirksvorsitzender Schäfer hob hervor, dass sie das erste Mitglied im Bezirk ist, das ein halbes Jahrhundert erreichte. 1954 wurde Elisabeth Weißer in den Verein aufgenommen und spielte unter allen Dirigenten. Sie bewies ungebrochene Treue zur Musik und zum Verein, war Kassenprüferin und erhielt in den vielen Jahren eine Menge von Ehrennadeln und Urkunden.

Brigitte Sauerburger nannte es "phantastisch", dass die Geehrte bei keinem der Jahreskonzerte fehlte, als einzige, die "diatonische Harmonika" spielt und als "Vorbild des Vereins" gilt. Ein geschnitzter Harmonikaspieler und 50 Rosen waren der Dank des SHO.

(Siegfried Kouba, Schwarzwälder Bote, den 2.11.2004)

 

Gelungenes Jahreskonzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters in der Festhalle

Orchester setzt klangvollen Höhepunkt

Sein ganzes Können präsentierte das Schwarzwald-Harmonika-Orchester bei seinem Jahreskonzert. Die Zuhörer wurden nicht enttäuscht: Das Programm war gekonnt vorgetragen und vielfältig in der Auswahl.

Uta Borho hatte bei der Auswahl der Musikstücke den richtigen Riecher, ob für Hauptorchester, Ensemble oder das Jugendorchester. Optisch präsentierten sich die Erwachsenen im neuen Outfit, ganz in schwarz gekleidet. Die Akkordeonspieler folgten hier einem Trend, der in dieser Instrumentengruppe zu beobachten ist: Konzertante und moderne Stücke werden in der Ober- und Höchststufe so vorgetragen. Gerade bei Wertungsspielen wird auch auf die optische Präsentation Wert gelegt. Wobei die tradionellen Westen nicht im Schrank verstauben. Bei anderen Unterhaltungskonzerten werden diese wieder hervorgeholt.

Viel Dynamik war bei der "Peer-Gynt-Suite" von Edvard Grieg gefordert. Beim Hauptorchester mit über 40 Spielern sicher nicht ganz einfach. Konzentration und Disziplin waren sehr gefragt, bestand das Stück aus vier Teilen. So zunächst die bekannte "Morgenstimmung". Ein stiller Beginn, die Musik immer lauter. Der ganze Saal konnte so den Sonnenaufgang förmlich spüren.

Im Gegensatz dazu endete "Ases Tod" ganz still. Einen Abstecher nach Arabien mit, "Anitras Tanz". Mächtig intonierte das Orchester "In der Halle des Bergkönigs". Gut passten hier die Pauken dazu. Von der Stadtkapelle haben die Akkordeonisten Philipp Dold ausgeliehen.

Ein Stimmungsbild einer großen Metropole war die "New York Ouvertüre" von Kies Vlak. Nicht nur melodisch wurde der Ausflug in die Millionenstadt dargeboten, auch visuell boten Dias den Zuhörern eine tolle Darstellungsweise. Beschrieben wurden unter anderem der Kennedy-Flughafen, Central Park und im Jazzstil Harlem.

Fast alle in der Festhalle kannten die Melodien von Udo Jürgens. So waren Titel zu hören wie "17 Jahr blondes Haar", "In einem ehrenwerten Haus", "Matador" und "Aber bitte mit Sahne". Nicht fehlen durfte das Lied mit dem der heute 70jährige Entertainer 1966 den Grand Prix gewann: "Merci Cherie".

In den siebziger Jahren ein Hit, war 25 Wochen ganz oben in den deutschen Charts und ist heute noch ein Evergreen "Eloise" von Barry Ryan, gekonnt vorgetragen.

Angeführt hatte das Konzert das Jugendorchester. Die acht Nachwuchstalente zeigen was in ihnen steckt. Marina Bianchi und Lisa Schandelmaier sagten ihre Stücke in humorvoller Weise selbst an. Modern zunächst "Pop-Kids" von Hans-Günther Kölz. Als ihr Lieblingsstück bezeichneten die Ansagerinnen den "Lambada-Beat". Anfangs weniger Gefallen fand bei den Jugendlichen - so die beiden Ansagerinnen -, die "Tanzende Elfe". Doch als sie es konnten, hätten sie ihre Freude daran gehabt. Davon konnte sich das Publikum auch bestens überzeugen.

Anspruchsvolle Stücke bot das Ensemble mit Karin Kienzler und ihrer Tochter Sabine, Brigitte Weißer, Claudia Kienzler, Andrea Harter, Heike Schandelmaier und Uta Borho.

Zunächst die "Dänische Rhapsodie" von Fritz Dobler. Galt es hier unterschiedliche Tempos zu bewältigen, auch eine Aufgabe die bravourös gelöst wurde. Bekannt "Amazing Grace", das Lena Valaitis mit "Ein schöner Tag" zu einem Hit machte. Auch die Comedian Harmonists hätten ihre Freude an der Zugabe mit "Mein kleiner grüner Kaktus" gehabt.

(Andreas Trenkle, Südkurier vom 2.11.2004)

 

Mit intensiver Arbeit die Musiker auf hohes Niveau geführt

Großartiges Konzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters / Jugendliche beweisen bereits Qualität

Einen gewaltigen Sprung nach vorn machte das Schwarzwald-Harmonika-Orchester (SHO).

Durch lange, intensive Kleinarbeit gelang es der Dirigentin Uta Borho, die Musiker auf ein hohes Niveau zu führen. Der Samstag Abend gewann ferner durch ein abgerundetes, straffes und gut durchorganisiertes Programm, das informativ von Gaby Schneider angesagt wurde. Weniger kam das düstere Outfit der Akteure an und auffallend war die niedrige Männerquote.

Qualität bewies bereits das Jugendorchester, das mit "Pop-Kids" das Programm eröffnete, ein Titel, bei dem kräftig aufgepasst werden mußte. In die Karibik entführte der "Lambada-Beat", worauf der volkstümliche Walzer "Tanzende Elfen" folgte und natürlich hatten die Jungmusiker "eine Zugabe vorbereitet".

Leckerbissen der Harmonikakunst servierte das "Emsemble" mit Karin und Sabine Kienzler, Brigitte Weißer, Claudia Kienzler, Andrea Harter, Heike Schandelmaier und Uta Borho. Tänzerischen Auftakt, nordische Landschaftsstimmung, leicht dissonante Moderne und folkloristische Elemente fingen die sieben Damen mit der "Dänischen Rhapsodie" von Lars Bjarne ein und äußerst fein und feierlich wurde "Amazing Grace" durch füllige Akkorde in schöner Mehrstimmigkeit mit differenzierter Dynamik transportiert.

Nach der Pause trat das große SHO auf . Zwei Suiten komponierte der Norweger Edvard Grieg zu Ibsens "Peer Gynt", wovon die erste zu hören war. In schillernden Farben wurde die Naturschilderung der "Morgenstimmung" eingefangen und mit innerer Dynamik wurde an das Sterbebett von Peer Gynts Mutter mit "Ases Tod" herangeführt. Mit einem Walzer unterlegt, über dem eine pseudo-arabische Melodie schwebte, konnte "Anitras Tanz"nachgezeichnet werden. Und in mystisch-derbe Gefilde wurden die Zuhörer mit "In der Halle des Bergkönigs" versetzt.

Zu einer Musik-Vision wurde die "New York Ouvertüre" von Kees Vlak gestaltet. Durch Dia-Präsentation wurden Stimmungen der Millionen-Metropole eingefangen, allerdings mit der Gefahr, dass die Musik in den Hintergrund geriet. Effektvoll ging es mit "Udo Jürgens in Concert" weiter, wobei bekannte Titel zu hören waren.

Mit den Zugaben wandte sich das Orchester mit einem Marsch und einem Walzer traditioneller Musik zu, die ebenfalls bestens beim Publikum ankam.