Begeisterungsstürme für Galakonzert

Standing Ovations, Beifall ohne Ende und zwei gut aufgelegte Orchester prägten den Konzertabend beim Schwarzwald-Harmonika-Orchester Furtwangen. Dazwischen eine gelungene Geburtstagsüberraschung des Bläserquartetts aus dem Sauerland. Am Sonntag beendete das Kreistreffen der Harmonikakreisvereinigung Donaueschingen das 75jährige Jubiläum des SHO.

Begeisterungsstürme für Galakonzert

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Standing Ovations, Beifall ohne Ende und zwei gut aufgelegte Orchester prägten den Konzertabend beim Schwarzwald-Harmonika-Orchester Furtwangen. Dazwischen eine gelungene Geburtstagsüberraschung des Bläserquartetts aus dem Sauerland. Am Sonntag beendete das Kreistreffen der Harmonikakreisvereinigung Donaueschingen das 75. jährige Jubiläum des SHO. 

Furtwangen (pdo) Das Jubiläumskonzert des Schwarzwald-Harmonikaorchesters Furtwangen am Samstagabend entwickelte sich zusammen mit dem bekannten „Hohner-Akkordeonorchester 1927 Trossingen" zu einem wahren Feuerwerk der Musik. Die Beifallsstürme wollten kaum enden und erst als mit der fünften Zugabe der Schlussakkord des „Tango sentimentale" von Rudolf Würthner erklang, akzeptierten die Gäste das Ende eines bewegenden Konzertabends.

Bereits im ersten Teil begeisterte der Jubiläumsverein unter Leitung von Uta Borho mit einem gut aufgelegten Orchester. „Heute Abend hat eben alles gepasst, meine Spieler  waren spitze" freute sich die Dirigentin zum Schluss. Doch bevor Moderator Thorsten Harter Mozarts „Zauberflöte" dem Publikum ankündete, begrüßte die Vorsitzende Brigitte Sauerburger viele Gäste in der ausverkauften Festhalle, darunter Bürgermeister Richard Krieg.

„Lassen Sie sich verzaubern" diesen Aufruf des Moderators beherzigte das Publikum, denn die „Zauberflöte" sprach für sich: fein aufeinander abgestimmte Passagen vermittelten die typischen Merkmale dieser Musikrichtung des 18. Jahrhunderts.

Beim „Konzert d-Moll" für Oboe und Orchester von A. Marcello schaffte Solist Wolfgang Borho nahezu Unmögliches auf seinem Instrument, teilweise vom Akkordeon-Orchester umrahmt oder von einzelnen Stimmen unterstützt. Auch „Die drei Musketiere" von Adolf Götz präsentierte das SHO mit herrlicher Dynamik, Uta Borho forderte gestikreich Höchstleistungen ihrer Musiker. Den gefühlvollen Solopart  bei Piazollas „Oblivion" übernahm Karin Kienzler und gab dem spannungsgeladenen, argentinischen Tango eine individuelle Note. In die Bergidylle mit Alphörnern und einem Echospiel der einzelnen Stimmen versetzte die „Schweizerische Rhapsodie" von Würthner das begeisterte Publikum. Auch hier sprachen die schnellen Finger und perfekten Übergänge für intensive Probenarbeit und viel Übung.

„Änderungen vorbehalten, das tritt jetzt ein", so kündeten sich Überraschungsgäste, das Posaunenquartett die „Just Trombones", an und marschierten auf die Bühne. Mit ihren beschwingt-jazzigen Einlagen schufen sie eine willkommene Abwechslung. Was das Hohner-Akkordeonorchester 1927 Trossingen nach der Pause bot, war pure Perfektion. Mit Leichtigkeit glitten bei den 24 Musikern die Finger über die Tastatur, ein brillanter Klang erfüllte die Halle, spritzige und perfekte Einsätze und  impulsiv und witzig agierte Landesdirigent Johannes Baumann am Pult. Ein unvergessliches Erlebnis, eine bessere Wahl für ein Galakonzert hätte nicht getroffen werden können. Das Publikum forderte immer wieder nach Zugaben, dabei war den Musikern die Freude am Spielen anzumerken.

Bregtalkurier 11.10.2006
Fotos und Bericht: Praxedis Dorer