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Männerschwund beim SHO

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Das Festbankett machte es deutlich: das Schwarzwald-Harmonika-Orchester ist eine eingeschworene Gemeinschaft mit sinkender Männerquote. Karin Kienzler hatte in ihrer Ansprache darauf ein besonderes Auge geworfen. So beteiligten sich im „Ehemaligen-Orchester“ noch 33 Prozent Männer im Vergleich zu 16 Prozent beim heutigen SHO.

Bürgermeister Richard Krieg äußerte sich begeistert über das klare Konzept des Vereins, der mit der weiblichen Führungsmannschaft gut aufgehoben sei. Auch die klar strukturierte Chronik spreche für sich. Frauenpower ist angesagt, auf musikalischer Seite führt Dirigentin Uta Borho ihr Orchester im 75. Vereinsjahr zu Höchstleistungen und die Vorsitzende Brigitte Sauerburger kann auf Zusammenhalt und Mitarbeit aller Vereinsmitglieder zählen, ob Mann oder Frau.

Das Schwarzwald-Harmonika-Orchester zählt zu einem der ältesten, größten und erfolgreichsten Akkordeonorchester im Bezirk Schwarzwald-Baar-Heuberg. Den 17 Gründungsmitgliedern stand 1931 keine einfache Zeit bevor, denn die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse machten dem jungen Verein sehr zu schaffen. Idealismus, die Liebe zur Volksmusik und zur Harmonika waren jedoch stärker und bald nahm der Handharmonika-Club einen festen Platz unter den kulturellen Vereinen der Stadt Furtwangen ein. Eine entscheidende Rolle in der Vereinsgeschichte spielte Otto Duffner, der in seiner 57 jährigen Dirigententätigkeit den Verein entscheidend geprägt hatte. Er verstarb 1993.

Seit 1965 heißt der ehemalige Handörgelerclub nun SHO. Interpretationen der drei Buchstaben als Abkürzung für „Sauhaufen, Hinterwäldler und Ohnmacht“, oder „süße Mädels, Harmonien und Orchesterproben“ sorgten beim Festbankett für allgemeine Heiterkeit. Auch der von Brigitte Sauerburger zitierte Paragraph der Satzung von 1931 „jedes Mitglied ist zu vollkommener Disziplin und Ordnung im Club streng verpflichtet“ oder „Verboten ist wildes Musizieren von Einzelnen und von Gruppen, ohne in Kenntnissetzung der Clubleitung“ erregte die Gemüter.

Glanzstück am Kuchenbuffet des SHO war die dreistöckige Jubiläumstorte von Dirigentin Uta Borho. Ihre freundschaftliche Unterstützung geht weit über die musikalische Leitung hinaus und schafft beim SHO eine besondere Atmosphäre.

Südkurier 19.09.2006
Fotos und Bericht: Praxedis Dorer