Abba als Kontrapunkt gespielt

Klarinettenensemble und Schwarzwald-Harmonika-Orchester geben Kirchenkonzert

'Good in timing' war das Schwarzwald-Harmonika-Orchester (SHO) beim Kirchenkonzert unter dem Motto "Ostern entgegen".

Genau eine Stunde dauerte das reichhaltige Programm in der Pfarrkirche St. Cyriak, mit dem viele Zuhörer angelockt wurden. Eine bläserische Delikatesse servierte das Klarinettenensemble Lauterbach unter Leitung von Ralf Vosseler. Das Quartett, darunter eine Bassklarinette, bewegte sich im barock-klassischen Rahmen und wählte als Kontrapunkt ‚Abba Forever' ein Arrangement von Will v d. Beek, das Melodien wie ‚Don Fernando' oder ‚ Money, Money' verarbeitete. Recht hoch angesiedelt war das ‚Quartett in F' von K. Böhm und mit zwei Sätzen aus Mozarts ‚Eine kleine Nachtmusik' wurde der Vortrag abgerundet.

Moderne Klänge ließ das Jugendorchester des SHO zum Auftakt hören. Alle drei Stücke waren Kompositionen des Zeitgenossen Alexander Jekic, der sich um jugendgerechte Kompositionen und entsprechende Ausbildung verdient macht. Ruhige Bewegtheit bestimmten vier Achtel des Hauptthemas bei ‚For Everybody' und gesanglich wurde das ‚Dreaming' ausgestaltet. Im Mittelpunkt der Jugend, dirigiert von Uta Borho, stand die dreisätzige Suite ‚Im Kerzenlicht' mit frischem Tatendrang, getragenem Mittelsatz und dynamisch abgestuftem Schluss-Tanz.

Bearbeitung ‚klassischer' Stücke für Akkordeon sind nicht ohne Problematik. Uta Borho hatte Adaptionen ausgewählt, die passten und die durch die "große Besetzung" mit Pauken (Klaus Weißer) in allen Schattierungen bestens wieder gegeben wurden. Dazu gehörte Purcell-Clarkes berühmte ‚Trumpet Voluntary', deren Thematik sich aus der Bass-Elektroniumgruppe entwickelte und im vollen Orchester ihren Widerhall fand.

Würthner ist einer der bekannten Komponisten und Arrangeure für Akkordeonmusik. Gelungen darf man seine Bearbeitung der B-Dur-Sinfonie von Johann Christian Bach nennen. In die Zeit des französchischen Barock entführte die Sinfonie aus dem ‚Te Deum' von Michel-Richard Delalande. Das Werk verströmte höfisches musikalisches Gold und beschloss die fünfte Musik zur Fastenzeit.

Schwarzwälder Bote, 16.03.2005/Siegfried Kouba






Mit Pauken und Elektronium

Schwarzwald-Harmonika-Orchester präsentiert geistliche Musik zur österlichen Bußzeit

Auch das Schwarzwald-Harmonika-Orchester aus Furtwangen beteiligte sich an den Osterkonzerten in der katholischen Pfarrkirche St. Cyriak und präsentierte am Sonntagabend geistliche Musik zur österlichen Bußzeit. Die außergewöhnliche Akustik, der volle Klang und die herrliche Ruhe bedeuteten für Zuhörer und Musiker ein besonderes Erlebnis.

Die Vorsitzende Brigitte Sauerburger freute sich über die zahlreichen Besucher. Die acht Musiker des Jugendorchesters eröffneten den Abend mit drei Stücken von A. Jekic mit ‚For everybody', ‚Im Kerzenlicht', einer Suite in drei Sätzen und dem weichen ‚Dreaming'.

Einen gelungenen Kontrast zum Akkordeon bot das anschließende Klarinettenensemble aus Lauterbach. Die drei Damen unter Leitung von Ralf Vosseler begrüßten mit der ‚Sonatine' von Hasselmann die Besucher. Herrlich aufeinander abgestimmt und frohlockend klang das Quartett in F von Böhm. Mozarts ‚Kleine Nachtmusik' mit dem heiter-unbeschwerten Allegro und dem Menuett gefiel besonders. Dann folgte ‚Abba forever' das trotz modernen Songs nicht zu poppig erschien. Überhaupt verbreiteten die drei Klarinetten zusammen mit der Bassklarinette eine ausgewogene Stimmung.

Mit Pauken und einer triumphierenden Elektronium-Solostimme begann das Schwarzwald-Harmonika-Orchester mit Uta Borho den ‚Trumpet Voluntary' - den ‚Lob und Preis dem König'. Die dreiteilige Sinfonia in B von Bach, für Akkordeonorchester bearbeitet von Rudolf Würthner, verlangte von den Spielern viel Fingerspitzengefühl.

Feine Passagen wechselten zwischen den einzelnen Stimmen, gut unterstrichen durch die wohlklingenden Register. Für den Schluß hatte Dirigentin Uta Borho noch einmal echte Kirchenmusik ausgewählt, das ‚Dona Nobis Pacem' und die ‚Symphonie Du Te Deum' beendeten ein gelungenes Abendkonzert in der Pfarrkirche.

Südkurier vom 16.03.2005/Praxedis Dorer