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Harmonikaorchester meistert Jahreskonzert mit Bravour 

Das Schwarzwald-Harmonikaorchester Furtwangen zeigte sich mit einem anspruchsvollen Jahreskonzert  von  seiner besten Seite, fauchende Katzen bei der Titelmelodie zum  Musical “Cats” unterbrachen auf sympathische Weise die Musikliteratur der Ober- und Höchststufe, bei der Dirigentin Uta Borho Spitzenleistungen von ihrem Orchester forderte.

Den Anfang machten die Jüngsten des SHO, die neun Spielerinnen und Spieler eröffneten den Abend mit drei Stücken ihres “Lieblingskomponisten Wolfgang Kahl”. Auch das “Kleine Konzert” von Jekic, das bereits höhere Anforderungen stellte, wurde mühelos gemeistert.

Jonas Tritschler aus den eigenen Reihen stellte die Stücke vor und verwies auch gleich schmunzelnd auf den nötigen Applaus “denn sonst hätten wir die Zugabe umsonst geübt”. Und das wäre wirklich schade gewesen, denn als Gag verließ bei “Disco” einer nach dem anderen die Bühne, bis auch noch Schlagzeugerin Brigitte Sauerburger die Utensilien von sich schleuderte.

Beschwörend und wild begann das Ensemble des SHO mit dem “Teufelstanz” von Hellmesberger seinen Part, die siebenköpfige Formation mit Uta Borho am Zungenbaß beherrschte die Instrumente, dominant die Elektroniumstimme im temperamentvollen Rede-Antwort-Spiel.

Ebenso bei der “Micro-Suite Nr. 3” von Russ-Plötz mit Mini-Tango, Spiritual und Brass Band Parade, neben Blues und jazzigen Elementen unterstützte die außergewöhnliche Klopftechnik auf dem Balg den Charakter des Stücks. In eine völlig fremde Welt wurden die Zuhörer mit der “Legend from Yao” vesetzt, typisch asiatische Klänge vermittelten die gegensätzlichen Stimmungen der Metropole Yao mit all ihrem Lärm aber auch den kleinen Oasen der Ruhe.

Viel Applaus erntete das Ensemble des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters für die gekonnte Präsentation der Stücke und mit dem lieblichen “My Way” verabschiedete sich eine bestens aufeinander abgestimmte Gruppe von den Zuhörern.

Nach der Pause nahm das Hauptorchester auf der Bühne Platz und die 34 Musikerinnen und sechs Musiker bewiesen einmal mehr ihr hohes musikalisches Niveau. Mit Pauken und einem triumphierenden Beginn zeigte Dirigentin Uta Borho schon bei der “Polonaise Es-Dur” von Antonin Dvorak, welch hohe Maßstäbe sie an ihr Orchester setzte. Nur durch intensive Probenarbeit war ein derartiges Programm zu bewältigen, was das Publikum mit starkem Applaus quittierte.

Fritz Doblers “Romanze” vermittelte eine gewaltige Stimmung, Pianostellen wechselten mit dem pompösen Thema ab und endeten in einem gewaltigen Schlußakkord.

Mit den “Schwabenstreichen” von Adolf Götz erreichte das Programm seinen Höhepunkt, äußerste Konzentration, schnelle Läufe und ständige Tempiwechsel forderten von Orchester und Solisten Höchstleistungen. Das Volkslied “Jetzt gang i an Peters Brünnele” war spannend verpackt und zeigte sich erst zum Schluß erkenntlich.

Moderne Töne dann im Anschluß, als Stefanie und Sabine Kienzler mit ihrem Gesang die Katze “Macavity” aus dem Musical von Andrew L. Webber beim Umherschleichen und Fauchen unterstützten.

Viel Applaus ernteten noch einmal die schnellen Akkordeonfinger bei “Since you’ve been gone”, zuvor dankte die Vorsitzende Brigitte Sauerburger der engagierten Dirigentin Uta Borho für ihre Geduld bei der Vorbereitung des Konzerts.

Bevor Helmut Winterhalder zum Tanz aufspielte, gewährte das Orchester seinen Zuhörern gerne die beiden Märsche als Zugabe, wo das Publikum gerne mitklatschte.

Von Praxedis Dorer, Südkurier vom 31.10.2005