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Gefühlsbetontes Harmonika-Konzert

Starke Leistung der verschiedenen SHO-Formationen

Stefanie und Sabine Kienzler glänzen als Solisten

Steffi und Karin Kienzler  Auftritt des Hauptorchesters
Fotos Siegfried Kouba

Furtwangen

Ein gefühlsbetontes Jahreskonzert mit deutlich technischem und gestalterischem Fortschritt bot das Schwarzwald-Harmonika-Orchester bei herbstlichem Ambiente in der Festhalle.

Die Freunde der Harmonikamusik kamen voll auf ihre Kosten. Stars des Abends waren die Solistinnen Stefanie und Sabine Kienzler, die sich mit Macavity aus Webbers „Cats" in die Herzen der Zuhörer sangen und die Krallen der „versteckten Tatze" zeigten.

Ungeniert sagte Jonas Tritschler das Programm der Jugend an, die den Abend mit dem schwungvollen „Latin" von Wolfgang Kahl einläutete. Vom gleichen Komponisten erklang die getragene Pop-Ballade, der durchglühte Lambada-Beat und als „Abschiedssinfonie" der „Modern Dance". Das „kleine Konzert", in dessen drei Sätzen besinnlich, mit markanten Motiven, rondoartig und tänzerisch musiziert wurde, stammte aus der Feder von Alexander Jekic.

Dann war die Bühne frei für das 7-köpfige „Ensemble", das mit wirbelnden Fingern, Pfiff und „satanischen Passagen" den „Teufelstanz" des Operettenkomponisten Joseph Hellmesberger interpretierte.

Zu einem Rausch der Klangfarben gestaltete sich die „Micro-Suite Nr. 3" des berühmten Akkordeonisten und Komponisten Wolfgang Russ-Plötz mit Konzerttango, bluesigem Spiritual und rhythmik-betonter Brass-Band-Parade, wobei die Instrumente auch als Schlagidiophone benutzt wurden.

Asiatische Impressionen einer Stadt wurden in gekonntem Arrangement mit „A Legend from Yao" des Zeitgenossen Mao Yuan transportiert und die Zugabe „My Way" erinnerte an Frankieboy.

Nach der Pause trat das Hauptorchester auf, das durch Dirigentin Uta Borho mit bester Zeichengebung gefordert wurde. Wie sie den großen Apparat führte, ja mitriss, war deutlich bei der Es-Dur-Polonaise von Antonin Dvorak spürbar, wo der slawische Einschlag mit böhmischer Nonchalance romantisch interpretiert wurde.

 Zu den bekannten Akkordeon-Komponisten gehört Fritz Dobler, dessen „Romanze" außergewöhnlich groß angelegt war, stürmische Walzerstimmung, etwas mystische Elemente, französische Musette-Verträumtheit, theatralische Dramatik und einen mächtigen Schlusshymnus brachte.

Ein weiterer bekannter Tonschöpfer ist Adolf Götz. Seine „Schwabenstreiche" sind ein köstliches Variationsstück zu „Jetzt gang i ans Brünnele" mit wechselvollen Stimmungen und Rhythmen und man konnte an den „Hasenkampf" oder die „Schwäbische Kunde" denken.

„Since you´ve been gone" wurde zur Liebeserklärung an das junge Publikum und traditionsbewusste Zuhörer wurden mit „fröhlicher Marschmusik" und einem Mai-Marsch belohnt.

Als Moderatorin fungierte Gaby Schneider und zum Tanz spielte Helmut Winterhalder auf.

Von Siegfried Kouba,Schwarzwälder Bote vom 31.10.2005


Harmonikaorchester meistert Jahreskonzert mit Bravour 

Das Schwarzwald-Harmonikaorchester Furtwangen zeigte sich mit einem anspruchsvollen Jahreskonzert  von  seiner besten Seite, fauchende Katzen bei der Titelmelodie zum  Musical “Cats” unterbrachen auf sympathische Weise die Musikliteratur der Ober- und Höchststufe, bei der Dirigentin Uta Borho Spitzenleistungen von ihrem Orchester forderte.

Den Anfang machten die Jüngsten des SHO, die neun Spielerinnen und Spieler eröffneten den Abend mit drei Stücken ihres “Lieblingskomponisten Wolfgang Kahl”. Auch das “Kleine Konzert” von Jekic, das bereits höhere Anforderungen stellte, wurde mühelos gemeistert.

Jonas Tritschler aus den eigenen Reihen stellte die Stücke vor und verwies auch gleich schmunzelnd auf den nötigen Applaus “denn sonst hätten wir die Zugabe umsonst geübt”. Und das wäre wirklich schade gewesen, denn als Gag verließ bei “Disco” einer nach dem anderen die Bühne, bis auch noch Schlagzeugerin Brigitte Sauerburger die Utensilien von sich schleuderte.

Beschwörend und wild begann das Ensemble des SHO mit dem “Teufelstanz” von Hellmesberger seinen Part, die siebenköpfige Formation mit Uta Borho am Zungenbaß beherrschte die Instrumente, dominant die Elektroniumstimme im temperamentvollen Rede-Antwort-Spiel.

Ebenso bei der “Micro-Suite Nr. 3” von Russ-Plötz mit Mini-Tango, Spiritual und Brass Band Parade, neben Blues und jazzigen Elementen unterstützte die außergewöhnliche Klopftechnik auf dem Balg den Charakter des Stücks. In eine völlig fremde Welt wurden die Zuhörer mit der “Legend from Yao” vesetzt, typisch asiatische Klänge vermittelten die gegensätzlichen Stimmungen der Metropole Yao mit all ihrem Lärm aber auch den kleinen Oasen der Ruhe.

Viel Applaus erntete das Ensemble des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters für die gekonnte Präsentation der Stücke und mit dem lieblichen “My Way” verabschiedete sich eine bestens aufeinander abgestimmte Gruppe von den Zuhörern.

Nach der Pause nahm das Hauptorchester auf der Bühne Platz und die 34 Musikerinnen und sechs Musiker bewiesen einmal mehr ihr hohes musikalisches Niveau. Mit Pauken und einem triumphierenden Beginn zeigte Dirigentin Uta Borho schon bei der “Polonaise Es-Dur” von Antonin Dvorak, welch hohe Maßstäbe sie an ihr Orchester setzte. Nur durch intensive Probenarbeit war ein derartiges Programm zu bewältigen, was das Publikum mit starkem Applaus quittierte.

Fritz Doblers “Romanze” vermittelte eine gewaltige Stimmung, Pianostellen wechselten mit dem pompösen Thema ab und endeten in einem gewaltigen Schlußakkord.

Mit den “Schwabenstreichen” von Adolf Götz erreichte das Programm seinen Höhepunkt, äußerste Konzentration, schnelle Läufe und ständige Tempiwechsel forderten von Orchester und Solisten Höchstleistungen. Das Volkslied “Jetzt gang i an Peters Brünnele” war spannend verpackt und zeigte sich erst zum Schluß erkenntlich.

Moderne Töne dann im Anschluß, als Stefanie und Sabine Kienzler mit ihrem Gesang die Katze “Macavity” aus dem Musical von Andrew L. Webber beim Umherschleichen und Fauchen unterstützten.

Viel Applaus ernteten noch einmal die schnellen Akkordeonfinger bei “Since you’ve been gone”, zuvor dankte die Vorsitzende Brigitte Sauerburger der engagierten Dirigentin Uta Borho für ihre Geduld bei der Vorbereitung des Konzerts.

Bevor Helmut Winterhalder zum Tanz aufspielte, gewährte das Orchester seinen Zuhörern gerne die beiden Märsche als Zugabe, wo das Publikum gerne mitklatschte.

Von Praxedis Dorer, Südkurier vom 31.10.2005


SHO Ehrungen 29.10.2005

Furtwangen (kou)

Es gehört schon zur Tradition des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters, treue und verdiente Mitglieder beim Jahreskonzert zu ehren. Dass die "Männerquote" nicht erfüllt wurde, war bei dem Vormarsch der Damenwelt festzustellen. Zehn weibliche Musikanten konnten für ihr Engagement ausgezeichnet werden.

Bis auf die Vorsitzende wurden die meisten durch den ehemaligen Dirigenten Dieter Kienzler oder die Jugendmusikschule ausgebildet, hatten teils führende Posten inne, setzten sich für das Vereinsleben ein, betreuten intensiv die Zöglinge und waren "treue Seelen".

Mit der "goldenen Vereinsnadel" und dazu gehörender Urkunde wurden durch Brigitte Sauerburger die Musikerinnen Ilona Dorer, Heike Schandelmaier, Gabi Schulte und Anja Seng für 20 Jahre aktiven Mitwirkens ausgezeichnet.

Die Ehrungen des Deutschen Harmonika Verbandes nahm der Kreisvorsitzende Edgar Grieshaber vor. Er lobte den Einsatz der einzelnen Aktiven und bedachte jede mit einer kleinen Lobrede.

Für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Daniela Gulde, Andrea Harter, Brigitte Sauerburger und Nicole Tritschler mit der silbernen Ehrennadel und durch Präsident Ernst Pfister unterzeichneten Urkunde bedacht. 25 Jahre machen Andrea Ambs und Gerlinde Ganter mit. Dafür erhielten Sie die goldene Ehrennadel des DHV.

Schwarzwälder Bote vom 2.11.2005