Jahreskonzert 2015

Afrika bestimmt ganzen Konzertabend

Harmonika-Orchester auf Reise durch den Kontinent. Jugendmusikschule ergänzt ganz wunderbar.

Eine stimmige Veranstaltung war das Jahreskonzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters (SHO). Zum Themenkreis Afrika passten die Musikbeiträge, die Moderation durch Pfarrer Joachim Sohn, die beispielhaft-einfallsreiche Dekoration, darunter hübsche Teelicht-Laternen, das kulinarische Angebot mit Pata-Pata-Fat-Cookies, ostafrikanischer Kaffee und südafrikanischer Wein.

Bestens funktioniert die Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen, deren Djembe-Ensemble mit seinem Leiter Jens Willi auftrat. Die unterschiedlich gestimmten fünf westafrikanischen Trommeln zauberten wechselnde Schlagtechniken, Motive, Tempi sowie Rhythmen und begeisterten mit einem Stretta-Schluss.

Eröffnet wurde das Programm von der SHO-Jugend mit dem bekannten Zulu-Song „Siyahamba“ mit langer Einleitung, Trommelklängen, Cantus firmus und einem gefühlvollen Ausklang. Die südafrikanische Nationalhymne „Nkosi Sikelel' i Africa“ (Gott schütze Afrika) erklang in einer Version von Markus Fink als feierliche Interpretation. Mit klangvollen Elementen wurde „Africa“ aus den „Five Continents“ von Kees Vlak dargestellt, abgerundet mit Erinnerungen an Miriam Makebas „Pata Pata“.

Nach der Pause kam der Auftritt des großen ersten Orchesters. Wie bei der Jugend führte Uta Borho sicher den Taktstock und tat sich als Arrangeurin von John Barrys „Out of Africa“ hervor. Flimmernde Impressionen der ersten Stimme, kantabler Part, eine Sehnsuchtsmelodie in schillernden Farben und eine Crescendo-Steigerung ließen die Filmmusik zum Hörgenuss werden. Eine Originalkomposition von Manfred Probst gab es danach: die fünfteiligen „Tunesischen Impressionen“. Mit einem arabesk eingefärbten Einzug, der an Ravels Bolero erinnerte, ging es zur Medina, wo quirliges Marktleben mit Händlern und Schlangenbeschwörern zu erleben war. Im schnellen Tanzrhythmus wurde das Künstlerdorf Sidi Bou Said besucht. Ein melancholisch-besinnlicher Passus charakterisierte den Rückzug in eine Moschee, und schließlich endete alles im Anfangsthema.

Ein Vorzeigeakkordeonist ist Fritz Dobler. Mit seiner „Keniade“ wurde das dunkel-mystische Schwarzafrika in Szene gesetzt und danach erklangen „African Inspirations“ von Markus Götz mit afroamerikanischem Feeling, rhythmischen Wechseln, dahineilendem Tempo, gefühlvollen Passagen und Trommelklängen mit markanten Forte-Akzenten.

Schließlich wurden mit „The Lion sleeps tonight“ und David Paichs „Africa“ die Zugabewünsche des Publikums erfüllt.

13.10.2015 02:01 Siegfried Kouba  

 

Eine willkommene Ergänzung des Afrika-Konzertes ist das Djembe-Ensemble. Unter Leitung von Jens Willi (links) werden verschiedene Schlagtechniken demonstriert.