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Von Siegfried Kouba
Furtwangen. Den schlichten Titel "Filmmusik" trug das Jahreskonzert des Schwarzwald-Harmonika-Orchesters (SHO). Tischschmuck, originale Filmplakate und originelle Collagen wiesen auf das Thema hin. Dahinter verbargen sich anspruchsvolle Werke mit technischen und rhythmisch-metrischen Finessen, fast ein Griff nach den Sternen.
Herzlich hatte Brigitte Sauerburger das Publikum im der Festhalle begrüßt und riet "sich zurück zu lehnen und zu genießen".
Die Palette wurde mit dem Jugendorchester unter Leitung von Sabine Kienzler eröffnet und der kleine Max Kokulan war eifriger Rhythmiker. Nichts konnte als Auftakt besser geeignet sein, als die Titelmelodie "Hey, Pippi Langstrumpf". Danach konnten Ramona Dotter und Lisa Hoba "Das Dschungelbuch" ankündigen. Man begegnete Mogli, der Schlange Kaa oder Balu, wobei "Versuch´s mal mit Gemütlichkeit" zum Hit wurde.
Erinnerungen an Puppen-Comedy wurden mit "The Muppet Show Theme" wach, wobei Frosch Kermit und Miss Piggy zum Leben erweckt wurden. Nach der Empfehlung "laut und lang klatschen" kam sie: die Zugabe "Wickie".
Danach war die Bühne frei für das Ensemble. Die Programmpunkte wurden ausführlich durch Joachim Sohn moderiert und der Ansager war später selbst als Musikant zu hören. Mit seiner Geige interpretierte er als Solist die wehmütigen Melodien zu "Schindlers Liste".
Sechs Akkordeonistinnen und ein Drummer – das war das "Ensemble", das zunächst für Krimi-Time mit dem "James-Bond-Theme" sorgte. Sean Connery oder Roger Moore tauchten als Agent 007 vor dem geistigen Auge auf.
Michael Ende landete mit der "unendlichen Geschichte" einen vollen Erfolg. Klaus Doldinger hatte das Geschehen in Töne gesetzt und Wolfgang Borho sorgte für das passende Arrangement, um in ein modernes Märchen zu führen.
Ennio Morricone gehört zu den größten und erfolgreichsten Filmmusikkomponisten. "Spiel mir das Lied vom Tod" oder die "glorreichen Halunken" ließen Westernstimmung aufkommen, wobei die Musikerinnen für die passenden Kopfbedeckungen sorgten. Eine originelle Überleitung zur Pause wurde "Wer hat an der Uhr gedreht". Hatte hier schon Uta Borho die Führung übernommen, so leitete sie lebendig und eifrig das "1. Orchester".
Heroisch, bombastisch mit rassigem Schluss erklang der Flug durch die Galaxien mit "Star Wars", eine Bearbeitung des bekannten Akkordeonspielers Hans-Günther Kölz. Geheimnisvoll, furios, amourös und idyllisch wurde Tollkiens "Herr der Ringe" mit Musik von Howard Shore umgesetzt.
Sie kamen 1963 in die deutschen Kinos: "Die glorreichen Sieben". Fetzig und gefühlvoll-romantisch wurde an Yul Brynner & Co. erinnert. Dramatik pur gab es danach mit "Das Boot", gefolgt von "Everybody needs somebody" und der Miss-Marple-Reflexion.
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